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Wärmende GewürzeAus 1.001 Nacht

Eine Anordnung von Gewürzen auf Löffeln, darunter Kurkuma, Salz, Paprika, Zimtstangen, getrocknete Chilischoten, Nelken, Lorbeerblätter und andere Gewürze, auf einem Holztisch.

Dank ihrer durchwärmenden Wirkung sind Gewürze wie Zimt, Nelken, Muskat und Kardamom die idealen Begleiter in der kalten Jahreszeit.

Edel, wertvoll, begehrt: Gewürze spielten im Europa des Mittelalters eine bedeutende Rolle. Wer es schaffte mit dem edlen Gut auf den umkämpften Handelsrouten aus dem Orient erfolgreich Geschäfte zu machen, konnte ein wohlhabendes Leben genießen. Denn Gewürze waren nicht nur zum Verfeinern oder zum Haltbarmachen von Speisen gefragt, sondern lieferten auch wichtige Inhaltsstoffe für die Basis von Heilmitteln.

Auf die Heilkraft der Gewürze wies die „erste deutsche Ärztin“ Hildegard von Bingen bereits im 12. Jahrhundert hin. Vom mittelhochdeutschen Wurz für „Wurzel“ wurde das Wort Gewürz abgeleitet. Tatsächlich umfasst unser heutiger Begriff aber auch alle anderen Pflanzenteile wie Blätter, Blüten, Rinde und Früchte. Die Verwendung von Gewürzen ist ein wesentliches Merkmal der kreativen Küche.

In den kleinen Säcken sind die guten Gewürze.
(Sprichwort)

Leckere Verdauungsförderer

Speziell Bio-Gewürze sind oftmals besonders geschmacksintensiv. Sie wachsen in Mischkulturen auf nährstoffreicheren Böden und sind weniger schadstoffbelastet, da auf chemische Spritz- und Düngemittel verzichtet wird.

Safran, Vanille und Kardamom zählen heute zu den teuersten Gewürzen. Im Mittelalter hingegen waren Muskatnuss und Gewürznelken regelrechte Statussymbole. Ob das auch an ihrer Heilwirkung lag?

Die „Negellin“ – Nägelchen – wie die Nelken damals genannt wurden, ziehen ihr herb-würziges Aroma aus dem enthaltenen Eugenol. Dessen keimtötende und betäubende Wirkung wird traditionell in der Zahnheilkunde eingesetzt. Neben dem Kauen gegen Zahnschmerzen können Gewürznelken auch als Verdauungshilfe nach einem schweren Essen gute Dienste leisten. Von der pfeffrigen Muskatnuss genießen wir lieber kleine Mengen – denn in hohen Dosen wirkt sie halluzinogen.

Sehr geschätzt wird ihre stärkende Wirkung. In der TCM wird Muskat bei Kältegefühlen und Verdauungsbeschwerden verwendet. Und ihre entspannenden Effekte kommen uns gerade an den stressigen Feiertagen zugute. Haben wir uns auf dem Weihnachtsmarkt erkältet, hilft uns nicht nur der Viren und Bakterien bekämpfende Sternanis, sondern auch der aus dem indischen Raum stammende Kardamom. Seine Kapselfrüchte mit dem kräftig-warmen Duft regen unseren Stoffwechsel an, sie lösen Krämpfe und wirken verdauungsfördernd.

Wärmende Stimmungsaufheller

Ebenso wie Kaffee ist auch roher Kakao reich an zellschützenden Antioxidantien. Und er macht glücklich, denn er erhöht doch den Serotoninspiegel im Gehirn. Somit wirkt er wie ein Antidepressivum, während das enthaltene N-Acylethanolamin dafür sorgt, dass wir uns länger ausgeglichen und entspannt fühlen. Mit einer Prise Zimt lässt sich das beliebte Getränk nicht nur geschmacklich aufpeppen: Laut TCM wird der rötlichen Rinde des „Lebensbaums“ eine heilende Wirkung bei innerer Kälte, Anspannung und Kreislaufschwäche zugeschrieben.

Die Volksheilkunde empfiehlt den durchblutungsfördernden Zimt bei Appetitlosigkeit, Entzündungen und Schmerzen. Denn auch die desinfizierende Zimtrinde enthält das von den Gewürznelken bekannte Eugenol. Abgesehen von einer stimmungsaufhellenden Wirkung soll Zimt zudem förderlich für die Liebe sein. Gut zu wissen, wenn gerade kein Mistelzweig zur Hand ist!

(Aus LEBENSELEXIER, Ausgabe 13, Winter 2018)

Aroma-Nuss-Cookies

Orange.Kakao.Vanille

 

ZUTATEN

200 g Dinkelmehl Typ 1050 · 100 g Rohrzucker · 100 g Haselnüsse gerieben · 150 g Pflanzenmargarine oder Butter · 20 ml Mandelmilch oder Milch · 5 Tr. Bio-Aroma Orange · 8 Tr. Bio-Aroma Kakao · 8 Tr. Bio-Aroma Vanille · Nusshälften zum dekorieren

Flasche mit ätherischem Öl der Sorte Orange neben einem Stapel frisch gebackener Haferkekse auf einem rustikalen Holztisch, umgeben von Zutaten wie Mehl und Zucker.

ZUBEREITUNG

Dinkelmehl, Rohrzucker und gemahlene Nüsse in einer Schale mischen, Margarine hinzugeben und Mandelmilch einarbeiten. Mit den ätherischen Ölen aromatisieren, nochmals gut kneten und bedeckt im Kühlschrank 30 Minuten ruhen lassen. 2 Rollen mit ca. 3 cm Durchmesser formen und 20 Minuten in das Gefrierfach legen. In ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden und auf eine Backblech mit Backpapier auflegen. Nach Belieben mit Nusshälften verzieren und im auf 160 °C vorgeheizten Backofen 20 - 25 Minuten knusprig backen.

Porträt einer Frau mit blonden Haaren und kurzem Haarschnitt, die in einem geschäftlichen Umfeld lächelt. Sie trägt ein rotes Oberteil und hat blaue Augen. Im Hintergrund sind Regale und Waren sichtbar.
Mag. pharm. Verena Reuss