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WinterIn Ruhe Kräfte sammeln

Schneebedeckte Landschaft mit einem ruhigen Gewässer, umgeben von verschneiten Bäumen und einer frostigen Atmosphäre. Die Szene vermittelt eine kühle, winterliche Stimmung.

Der Winter ist die Zeit des Besinnens und des Innehaltens. Eine gute Gelegenheit, auszuruhen und Kräfte für den Neubeginn zu sammeln.

Die Organuhr

Nach den traditionellen Medizinlehren werden unsere Organe zu bestimmten Uhrzeiten für jeweils zwei Stunden verstärkt von der Lebenskraft Qi durchströmt.

 

Unsere Blase, der „untere Schleusenwärter“, ist von 15 bis 17 Uhr am aktivsten, unsere Nieren gleich im Anschluss von 17 bis 19 Uhr. Unterstützung in Form von Heilkräutertees, Akupunktur oder Akupressur ist zu diesen Zeiten am effektivsten.

 

Das Qi erreicht in den einzelnen Organen aber auch täglich einen Tiefpunkt: Immer 12 Stunden später sollten wir das betreffende Organ entlasten.

Diagramm eines Organradios mit den Beschriftungen der Organe in deutscher Sprache. Die Blase und die Niere sind in blauer Farbe hervorgehoben, während andere Organe wie Herz, Lunge und Leber in grauer Farbe dargestellt sind. Das Rad ist in 24 Segmente unterteilt, die verschiedene Organe repräsentieren.
(Aus „Die Meisterkräutertherapie“ von Wolfgang Schröder)

Die Natur macht es uns vor: Von Schnee bedeckt, ruhen alle Pflanzen und bewahren ihre Energie im Inneren. Den Winter widmen wir deshalb am besten der Ruhe und dem Kräftesammeln.

In den traditionellen Medizinlehren entsprechen dieser Jahreszeit das Element Wasser sowie die Organe Blase und Nieren. Beide sind eng mit dem Wasserhaushalt unseres Körpers verbunden. Die Nieren werden zudem als Quelle aller Wärme und Kraft angesehen. Da sie durch Kälte am meisten beeinträchtigt sind, sollten wir sie – ebenso wie die Füße, unsere dritte Niere, – stets warmhalten.

Die Hauptaufgabe der Nieren besteht darin, das Blut zu reinigen. Pro Tag fließt unser ganzes Blut – rund fünf bis sechs Liter – etwa 300 Mal durch die Nieren. Insgesamt filtern sie täglich bis zu 1.700 Liter Blut! Der dabei entstehende Harn wird in der Blase gesammelt und nach außen transportiert. Diese Reinigung des Blutes entgiftet unseren Körper.

Der dem Winter zugeordnete, salzige Geschmack wiederum wirkt nährend für unser Blut. Er kann die Körperzellen für den Austausch von Energien und materiellen Aufbaustoffen öffnen. Denn Salziges und damit alles aus dem Meer wirkt aufweichend. Es löst Verhärtungen und Stagnationen. Zu viel Salz jedoch hindert das Fließen und führt zur Erstarrung. Gut für diesen Flow sind die winterlichen Heilkräuter. Sie reinigen, wärmen und stärken vor allem Blase und Nieren – und somit auch unser Blut- und Nervensystem.

(Aus LEBENSELIXIER, Ausgabe 13, Winter 2018)

Blase-Heilpflanzen

Schachtelhalm

Der Feuchtigkeit liebende Schachtelhalm gilt als Aquaretikum, also als Heilpflanze für Durchspülungstherapien Der „Meister der Struktur” kann vorbeugend gegen Harngrieß und in Form von Teekuren oder Sitzbädern bei chronischer Blasenentzündung oder den Beschwerden einer Reizblase eingesetzt werden.

Illustration einer Equisetum-Pflanze, auch bekannt als Schachtelhalm, mit charakteristischen, verzweigten Stängeln und konischen Sporenständen auf braunem Hintergrund.

Liebstöckel

Der „Meister des Unterleibs” wirkt harntreibend und krampflösend. Die auch als „Maggikraut” bekannte Pflanze wärmt die Blase und eignet sich für die Anwendung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Auch hilfreich bei chronischen Nierenerkrankungen oder Wasseransammlungen.

Schwarz-weiße Zeichnung einer Pflanze mit mehreren Blüten und gefiederten Blättern auf braunem Hintergrund.

Niere-Heilpflanzen

Brennnessel

Die reizvolle Nessel regt das Immunsystem an. Sie wirkt krampflösend und entzündungshemmend. Die „Meisterin der Essenzen” hilft überdies beim Aufbau neuer Zellen, speziell jener des Blutes. Reich an Kalium, wird Brennnessel zur Durchspülung bei bakteriellen Entzündungen der Niere verwendet.

Eine handgezeichnete Illustration einer Pflanze mit mehreren Blättern und kleinen Blüten, auf einem braunen Hintergrund. Die Details der Blätter sind deutlich sichtbar, was die botanische Genauigkeit unterstreicht.

Wacholderbeere

Die „Meisterin des Nierenfeuers” sorgt dafür, dass das Nierengewebe besser durchblutet wird. Die Wacholderbeere wirkt leicht entwässernd und empfiehlt sich daher bei einfachen Erkrankungen der Harnwege. Aufgrund des hohen Anteils an ätherischen Ölen ist bei der Dosierung stets Vorsicht geboten.

Eine detaillierte Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Kiefernbraches mit Nadeln und Zapfen auf einem braunen Hintergrund.