HerbstBewusst Abschied nehmen
Lebenselixier Organ-Serie:
Die kalte Jahreshälfte klopft an. Es ist an der Zeit Erinnerungen mitzunehmen, die Badesaison gehen zu lassen und sich neu zu ordnen.
Die Organuhr
Unsere Organe sind nach den traditionellen Medizinlehren zu bestimmten Uhrzeiten für die Dauer von zwei Stunden verstärkt von der Lebenskraft Qi durchströmt. Die Lunge hat ihre stärkste Aktivität von 3 bis 5 Uhr. Der Dickdarm wiederum ist von 5 bis 7 Uhr besonders aktiv. Zu diesen Zeiten ist Unterstützung durch Akupunktur, Akupressur oder auch durch einen Tee am wirkungsvollsten.
Das Qi hat in den einzelnen Organen auch täglich einen Tiefpunkt und jenen erreicht es zwölf Stunden später. In dieser Zeit sollten wir das Organ entlasten.
Manches meinen wir, wie die Luft zum Atmen zu brauchen. Doch auch Bäume brauchen ihre Blätter genau zu diesem Zweck und werfen sie im Herbst ab. Jetzt ist die Zeit, Dinge gehen zu lassen und zu spüren, was uns in Wahrheit ausmacht – uns neu zu (er)finden. Der Herbst und die Organe, die ihm zugeordnet sind, unterstützen uns dabei: Lunge und Dickdarm lassen los und ziehen Grenzen.
Die Energie des Herbstelements Metall ist nach innen gerichtet und führt uns klar auf den Ursprung der Dinge zurück. Es geht um Freiheit und Abgrenzung – um den Raum für uns selbst. Das Herz mag uns den richtigen Weg weisen, doch unsere Lunge zeigt uns genau, ob wir ihn auch gehen. Befinden wir uns in einer Situation, die uns die Luft abschnürt? Oder können wir endlich wieder durchatmen? Unser Atemorgan verrät ständig, wie es um uns bestellt ist.
Aus dem embryonalen Darmrohr entstanden, steht die Lunge in Verbindung mit dem Dickdarm. Hier wird endgültig über Freund und Feind entschieden. Das wäre aber zu einfach gefasst, denn auch alte Freunde werden verabschiedet, wenn sie nicht mehr bei uns sein können. So gehört zum Herbst auch die Trauer. Dieses lebendige Gefühl hat nichts mit Depression zu tun. Wer trauert, weint, lacht – erzählt Geschichten, nimmt Erinnerungen mit und lässt die Blätter ziehen.
(Aus LEBENSELIXIER, Ausgabe 12, Herbst 2018)
Lunge-Heilpflanzen
Spitzwegerich
Der „Meister der Lunge" hilft den Flimmerhärchen, Festsitzendes loszulassen. Die Schleimhäute unseres Atemorgans werden in ihrer Funktion unterstützt und die Lungenkapazität kann dadurch erhöht werden. Das bringt mehr Energie, Stärke und eine ruhigere Atmung. Dadurch wirkt Spitzwegerich auch auf die Psyche beruhigend.
Thymian
Der „Meister der Reinigung" zeichnet sich durch eine starke Desinfektionskraft aus. Seine keimtötende Wirkung macht ihn zur wirkungsvollen Heilpflanze bei Husten sowie bei Mund- und Rachenentzündungen. Ideal als Tee, Einreibung oder krampflösende Inhalation.
Dickdarm-Heilpflanzen
Faulbaum
Durch die Faulbaumrinde wird der gesamte Darm besser durchblutet und damit seine Funktion natürlich unterstützt. Der Faulbaum hilft uns als „Meister des Darms" beim Loslassen von Stoffen über die Darmschleimhaut und entlastet so den Körper bei der Entgiftung.
Kümmel
Mithilfe des Kümmels kann der Dickdarm besser entkrampfen. Deshalb wird er auch ,,Meister des Loslassens" genannt. Mit seiner süßen Geschmackskraft wirkt er Blähungen entgegen und bringt generell die Verdauung in Balance. Diese Eigenschaft macht ihn zu einer wertvollen Kinderheilpflanze.