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HerbstBewusst Abschied nehmen

Sechs Vögel fliegen über einen ruhigen See bei Sonnenuntergang, der Himmel in sanften Pastellfarben erleuchtet.

Die kalte Jahreshälfte klopft an. Es ist an der Zeit Erinnerungen mitzunehmen, die Badesaison gehen zu lassen und sich neu zu ordnen.

Die Organuhr

Unsere Organe sind nach den traditionellen Medizinlehren zu bestimmten Uhrzeiten für die Dauer von zwei Stunden verstärkt von der Lebenskraft Qi durchströmt. Die Lunge hat ihre stärkste Aktivität von 3 bis 5 Uhr. Der Dickdarm wiederum ist von 5 bis 7 Uhr besonders aktiv. Zu diesen Zeiten ist Unterstützung durch Akupunktur, Akupressur oder auch durch einen Tee am wirkungsvollsten.

Das Qi hat in den einzelnen Organen auch täglich einen Tiefpunkt und jenen erreicht es zwölf Stunden später. In dieser Zeit sollten wir das Organ entlasten.

Diagramm eines Organ-Systems, das verschiedene Organe wie Dickdarm, Lunge, Leber, Galle und andere auflistet. Jedes Organ ist in einem kreisförmigen Layout angeordnet und nummeriert, um die Zuordnung zu erleichtern.
(Aus „Die Meisterkräutertherapie“ von Wolfgang Schröder)

Manches meinen wir, wie die Luft zum Atmen zu brauchen. Doch auch Bäume brauchen ihre Blätter genau zu diesem Zweck und werfen sie im Herbst ab. Jetzt ist die Zeit, Dinge gehen zu lassen und zu spüren, was uns in Wahrheit ausmacht – uns neu zu (er)finden. Der Herbst und die Organe, die ihm zugeordnet sind, unterstützen uns dabei: Lunge und Dickdarm lassen los und ziehen Grenzen.

Die Energie des Herbstelements Metall ist nach innen gerichtet und führt uns klar auf den Ursprung der Dinge zurück. Es geht um Freiheit und Abgrenzung – um den Raum für uns selbst. Das Herz mag uns den richtigen Weg weisen, doch unsere Lunge zeigt uns genau, ob wir ihn auch gehen. Befinden wir uns in einer Situation, die uns die Luft abschnürt? Oder können wir endlich wieder durchatmen? Unser Atemorgan verrät ständig, wie es um uns bestellt ist.

Aus dem embryonalen Darmrohr entstanden, steht die Lunge in Verbindung mit dem Dickdarm. Hier wird endgültig über Freund und Feind entschieden. Das wäre aber zu einfach gefasst, denn auch alte Freunde werden verabschiedet, wenn sie nicht mehr bei uns sein können. So gehört zum Herbst auch die Trauer. Dieses lebendige Gefühl hat nichts mit Depression zu tun. Wer trauert, weint, lacht – erzählt Geschichten, nimmt Erinnerungen mit und lässt die Blätter ziehen.

(Aus LEBENSELIXIER, Ausgabe 12, Herbst 2018)

Lunge-Heilpflanzen

Spitzwegerich

Der „Meister der Lunge" hilft den Flimmerhärchen, Festsitzendes loszulassen. Die Schleimhäute unseres Atemorgans werden in ihrer Funktion unterstützt und die Lungenkapazität kann dadurch erhöht werden. Das bringt mehr Energie, Stärke und eine ruhigere Atmung. Dadurch wirkt Spitzwegerich auch auf die Psyche beruhigend.

Schwarz-weiße Illustration einer Pflanze mit mehreren Blütenknospen und langen Blättern auf braunem Hintergrund, ideal für botanische Anwendungen.

Thymian

Der „Meister der Reinigung" zeichnet sich durch eine starke Desinfektionskraft aus. Seine keimtötende Wirkung macht ihn zur wirkungsvollen Heilpflanze bei Husten sowie bei Mund- und Rachenentzündungen. Ideal als Tee, Einreibung oder krampflösende Inhalation.

Illustration einer Pflanze mit mehreren Stängeln und kleinen, runden Blüten, auf braunem Hintergrund. Die Blätter sind grün und oval, die Blüten sind in Trauben angeordnet.

Dickdarm-Heilpflanzen

Faulbaum

Durch die Faulbaumrinde wird der gesamte Darm besser durchblutet und damit seine Funktion natürlich unterstützt. Der Faulbaum hilft uns als „Meister des Darms" beim Loslassen von Stoffen über die Darmschleimhaut und entlastet so den Körper bei der Entgiftung.

Illustration eines Zweigs mit mehreren Blättern, die detailreich gezeichnet sind, auf braunem Hintergrund. Ideal für botanische und natürliche Themen.

Kümmel

Mithilfe des Kümmels kann der Dickdarm besser entkrampfen. Deshalb wird er auch ,,Meister des Loslassens" genannt. Mit seiner süßen Geschmackskraft wirkt er Blähungen entgegen und bringt generell die Verdauung in Balance. Diese Eigenschaft macht ihn zu einer wertvollen Kinderheilpflanze.

Illustration einer Pflanze mit feinen Blättern und kleinen Blüten, vor einem braunen Hintergrund. Die Pflanze zeigt eine typische Struktur mit verzweigten Stängeln und filigranen Blättern, ideal für botanische Studien oder als dekoratives Element.